Bootstour
von Neukalen am Kummerower See nach Barth an der Ostsee (10.-17.6.2011)

Diesmal
war Bernd dabei. Derjenige, der 7 Jahre mit der Handelsmarine die
Weltmeere bereist hat, fährt nun mit einem Äppelkahn auf die See
hinaus. Er war der Steuermann und ich der Navigator. Wir haben
gearbeitet, als würden wir Kap Horn umrunden.
Gestartet
sind wir auf der Peene. Da kann
man erst mal klein anfangen und ist
nicht so sehr von Wind und Wellen bedroht. Nö, das stimmt nicht so
richtig. Auch hier tobte manchmal der Wind und trieb unser Boot vor
allem beim Anlanden dahin, wo es niemand hinhaben wollte.
Dann
ging es schon mal übers Achterwasser. Nach Zinnowitz (links der
Yachthafen) gibt es keine betonnte Fahrstrasse. Da hieß es das erste
mal mit Karte und GPS zu navigieren. Ist schon bissel komplizierter als
mit dem Navigationssystem im Auto.
Nix
mit ".. wenn möglich, bitte wenden .." . Aber wir haben uns
nicht verfahren.

Hier
rechts liegen wir im Stadthafen von Wolgast. Das Foto wurde vom
Kirchturm geschossen, denn da haben die anderen mich hochgeschleift.
Und
dann kam's, wie's kommen sollte. Über den Greifswalder Bodden
hinweg setzte uns Neptun tüchtig zu. Bei Windstärke 6 schlug das
Boot ganz schön auf die Wellen und die Gicht sprang fast bis zum
Fahrstand. War nicht wirklich gefährlich, aber die Damen hatten es erst
mal Dicke.

An
der rechten Frontscheibe fehlte auch noch ein Scheibenwischer. Beim dazu
aufkommenden starken Regen war dann mit Sicht nix mehr.

Am
Rügendamm liegend begingen wir ein Jubiläum. Vor ziemlich genau 35
Jahren zeigte ich unserem Bernd das erste Mal die Ostsee. Wir hatten mit
einem LKW Seile in die Volkswerft gebracht. Ich war damals einfach mit
(Jugend und Fahrriemen und so).
Kurze
Zeit später fuhr er auf den Weltmeeren herum - Neid! Er kennt Tokio,
Honkong und Singapur und was weiß ich.

Hier
liegen wir im Hafen von Vitte auf der Insel Hiddensee. Das war der
teuerste Hafen mit wirklich unfreundlichem Personal. Ein
Preis/Leistungs- verhältnis
zum Schreien. Man weiss offensichtlich um die Anziehungskraft der Insel
Hiddensee. Da kann man den Strom doppelt so teuer verkaufen und die
Gäste unter Tröpfelduschen für 2 € schicken. Wir kommen so schnell
nicht wieder hin.
Aber
auch das geht vorbei und am
nächsten Tag umrunden wir Hiddensee über das nördliche Ende. Wir
sehen den Leuchtturm Dornbusch tatsächlich von der Westseite vom Wasser
her.
Wir
müssen jetzt wieder ausschließlich einen Kurs absetzen und uns danach
halten, wollen wir nicht nur am Ufer rumtasten (da gibts auch noch paar
Hindernisse). Die nächste Tonne ist diesmal wirklich meilenweit
entfernt.Das meistern wir wieder mit Bravour.
Dann
laufen wir hinter den Darß in sehr flaches Gewässer und haben Mühe,
genügend Wasser unter dem Kiel zu halten. Auch das geht gut und das
langsam sichtbar werdende Städtchen Barth erinnert uns , daß nun
Schluß mit lustig ist. Wir sind am Ende der Fahrt angelangt. Auf dem
Bild ist andeutungsweise zu sehen, das ein Unwetter im Anzug ist.
Irgendwie paßt das zu unserem Zorn darüber, daß der Urlaub beendet
ist.
* * *