28.12.08
Langlauf: Tour de Ski in Oberhof
Da
in den hiesigen Skigebieten das schöne Wetter ein Chaos auf den Pisten
garantierte, war es dem Cheftrainer-Paar angenehmer, mal einen Ausflug
nach Oberhof zu machen. Dort fanden die Auftakt-Rennen zur Tour de Ski
statt. Dazu beigetragen haben natürlich die beiden Siege der Deutschen
in den Prolog-Rennen am Samstag. Sowohl Claudia Nystadt als auch Axel
Teichmann gewannen und durften am Sonntag als erste auf die Loipe gehen.
Wir wollten einmal so ein Spektakel aus der Nähe sehen.

Mama Maria im Skistadion -
hier waren die Füße noch nicht gefroren.
Wir
im Alarmstart ins Auto. 9:15 Uhr fiel die Entscheidung, daß wir fahren
wollen und 9:45 rollten wir aus dem Hof. Das nennt man Schnelligkeit.
Bei tollstem Wetter düsten wir auf der Autobahn gen Thüringer Wald und
befuhren zum ersten Mal den Rennsteigtunnel mit seinen 7916m Länge. Wir
kamen dann sozusagen "von hinten" nach Oberhof und mussten
feststellen: das Parkproblem haben sie nicht im Griff. Fürs Absperren
der Straße hoch zum Skistadion waren freundlich ein- bzw. abweisende
Damen auf der Straße, aber wo dann zu Parken war, blieb dem Neuling
selbst überlassen. Zum Glück ist Oberhof nicht so groß und nach 2
Runden um den Ort fanden wir Platz auf dem Parkplatz
"Gründle". Nicht ein Schild wies auf diesen Parkplatz hin, es
war nur unsrer Geduld zu verdanken. Von da ab wurde es aber besser.
Wir
mussten hochlaufen zum Busbahnhof und konnten auch gleich an der
Touristen-Info Karten kaufen. 20€ für einen Stehplatz im Stadion sind
kein Pappenstiel. Ist es doch auch fraglich, ob es ein Vorteil ist, im
Stadion ca. 100m Abstand zu den Athleten zu haben oder für nur 10€
(Eintritt für "Strecke") nahezu Körperkontakt an der Piste
zu bekommen. Aber wir sind ja Neulinge. Vom Busbahnhof pendelten
genügend Busse hoch zum Grenzadler. Dort wurden unsere Karten
hochmodern abgescannt, damit keine Karte für 2 Personen genutzt
wird.
Für
das persönliche Wohl sorgten zig Buden mit Thüringer Rostbratwürsten,
Schaschlik, Rostbräteln und Glühwein - ein erneuter Angriff auf die
Figur, die noch unter dem Weihnachtsspeck litt.
Wir
kommen gerade zum Start der 10km-Damen-Rennen und erkennen Claudia
Nystadt, wie sie als erster das Skistadion verlässt. Beim ersten
Durchlauf durchs Stadion ist sie aber schon nicht mehr vorn und wird am
Ende nur 16. Offensichtlich hat sie "verwachst". Im Ziel ist
eine Finnin vorn und wir warten die Siegerehrung ab, an der als
Offizieller Gerhard Grimmer teilnimmt, der erste deutsche Skiweltmeister
aus der DDR. Den kenne ich noch, das ist eher meine Generation.
Nach
einer Roster und einem Glas Glühwein begeben wir uns an die Strecke. An
den
Steigungen sind jede Menge Zuschauer. Axel Teichmann hier wieder vornweg
gestartet, wird nach wenigen Kilometern von einem jungen Schweizer
eingeholt, läßt Ihn vorbei und hängt sich klugerweise hintendran.
Wieso er aber in der letzten Runde wieder die Führung übernimmt und
prompt am letzten Anstieg vor der Brücke das Rennen verliert, bleibt
sein und Trainer Behles Geheimnis. Denen fehlt eben ein gewiefter
Cheftrainer.
Für
einen alten Abfahrer waren allerdings auch noch die Abfahrten
ínteressant. Mit einem Affenzahn im 20-Mann-Pulk in vollem Schuß in
die Kurven zu gehen bedarf schon eines enormen Mutes, da ziehe ich den
Hut. Wenn da einer stürzt, dann auch nur in trauter Gemeinschaft !
Der
Vorteil der Streckenbegehung war auch das Wiedererwärmen der Füße und
überhaupt des Körpers. Das Stehen im Stadion bei Minusgraden (ca.
-5°C) bringt trotz der Einmummelei das langsame einfrieren mit sich.
Ein Hinweis für einen eventuellen Besuch eines Biathlon-Wettkampfes: da
ist die Strecke wirklich nicht so interessant.
Fazit:
Rausgekommen aus dem Haus, was Tolles erlebt. Ob das gegen die
Weihnachtspfunde war, ist unwahrscheinlich.